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Virtuell 28.09. - 02.10.2020
INFORMATIK2020

Back to the Future - 50. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik

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Vorwort

Dass diese Jahrestagung eine ganz Besondere sein wird, war früh klar: es ist nämlich die 50. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik. So war das Motto „Back to the Future“ naheliegend: wir blicken zurück auf die reiche Geschichte der Informatik im deutschsprachigen Raum. Da aber kaum eine Disziplin den Alltag so stark beeinflusst wie die unsere, bis hin zu den mittlerweile schon so oft beschworenen „disruptiven“ Veränderungen in unserer Wirtschaft, aber auch in Gesellschaft und Wissenschaft, wollen wir natürlich auch nach vorne blicken und genau diese Veränderungen sowie die, die sich abzeichnen, diskutieren.

Dann kam die Corona-Pandemie. Am Tagungsmotto hat sich nichts geändert, aber an der Tagungsorganisation alles: nun war klar, dass diese 50. Jahrestagung auch gleichzeitig die erste virtuelle Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik wird. Dabei kamen Fragen auf, wie man gerade den so wichtigen informellen Austausch, den wir an den bisherigen Jahrestagungen so sehr schätzten, ins Virtuelle verlagern können? Sollen wir es überhaupt versuchen? Was macht man mit dem klassischen Empfang oder dem festlichen Dinner? Wie kann man den Bezug zum eigentlichen Ort, der Stadt Karlsruhe, eigentlich herstellen, wenn alles online übertragen wird? Schnell aber fassten wir den Beschluss, typisch InformatikerIn könnte man sagen: „It is not a bug, but a feature!“ Vielleicht können wir ja in einem rein virtuellen Format Teilnehmende erreichen, die wir bei einer klassischen Jahrestagung nicht hätten erreichen können?

Und so kam der nun doppeldeutige Titel der Eröffnungsveranstaltung „Disruption – Dank Informatik“. Es spielt nicht nur auf den Slogan der GI „... dank Informatik“ an, sondern sieht die Informatik nicht nur, wie oben erläutert, als Verursacherin von Disruption, sondern auch als Hilfe zur Bewältigung der Disruptionen, die durch die Corona-Pandemie uns alle betreffen.

Was Sie nun erleben können, ist der Versuch einer virtuellen Jahrestagung, bei der wir online ein vielfältiges fachliches Angebot (welches insbesondere auch Schwerpunkte der Karlsruher Informatik-Forschung widerspiegelt) bereitstellen, aber eben auch den Versuch machen, ein attraktives Pausenangebot für den Austausch herzustellen ebenso wie die Möglichkeit, Aussteller virtuell zu besuchen. Im Sinne des Programmhefts einer klassisch-physischen Tagung stellt dieser „Taschenführer“ der virtuellen Tagung Informationen zusammen, die Ihnen Orientierung über das Programm, vor allem aber Überblick über die angebotenen Systeme der virtuellen Tagung gibt. Das reicht vom Registrierungsprozess über die Teilnahme an den Veranstaltungen und fachlichen „Sessions“, bis hin zum Pausenprogramm.  

Besondere Highlights ist die erwähnte Eröffnungsveranstaltung mit einer Impuls-Keynote von Martin Hubschneider (CEO der CAS AG) über Digitale Souveränität in einer digitalen Ökonomie. In der darauffolgenden Podiumsdiskussion diskutiert er mit Frau Saskia Esken, MdB, Frau Professorin Dorothea Wagner, Vorsitzender des Wissenschaftsrats, Frau Professorin Ina Schieferdecker (Ministerialdirektorin des BMBF) und Ulrich Steinbach (Ministerialdirektor Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg).
Eine Besonderheit dieses Jahres ist der „Digital Innovation Day“, in dem studentische Teams aus dem ganzen Bundesgebiet versuchen von Dienstag nachmittag bis Donnerstag früh, IT-Innovationen zu Themen, die von Sponsoren vorgegeben werden, umzusetzen in neue Softwareprodukte. Dazu winkt neben dem Preisgeld von 2000 EUR eine sichtbare Auszeichnung auf der Konferenz.

Die beiden Keynotes stellen natürliche Highlights des Programms dar. Am Mittwoch morgen wird Herr Professor Dr. Ralf Herrtwich (NVIDIA) kritisch Visionen zum automatisierten Fahren beleuchten; wo stehen wir und was wird kommen? Am Donnerstagmorgen wird Frau Eva Zauke (Chief Knowledge Officer SAP SE) aufzeigen, wie digitale Technologien neue Geschäftsmodelle ermöglichen und zeigt anhand von Beispielen, welche Rolle Unternehmenssoftware heute spielen kann.

Zwischen den Keynotes, am Mittwoch, beleuchten wir das Thema, welches wir, Informatik-gemäß in einem regulären Ausdruck so formulieren: „Informatik in (der| die) Schule“. Beide Varianten des Titels sollen ausdrücken, dass wir zum einen über den gegenwärtigen Stand sprechen, zum anderen aber auch über Perspektiven des Ausbaus des Informatikunterrichts in den verschiedenen Schulformen. Mit auf dem Panel dabei sind Vertreter des Leitungsgremiums der GI-Fachgruppe Informatiklehrerinnen und -lehrer Baden-Württemberg, Professor Dr. Bernhard Standl von der PH Karlsruhe und Herr Thomas Menzel vom Kulturministerium Baden-Württemberg. Eingeleitet wird es von einem Impulsvortrag von Dirk Fox (Gründer und Geschäftsführer der secorvo securit consulting GmbH, der seine bekannte Initiative für extra-curriculare Informatikbildung in Schulen vorstellt.

Am Donnerstag wird in der Abschlussveranstaltung gemäß des Tagungsmottos „Back to the Future“ der Blick auf die letzten 50 Jahrestagungen der GI gerichtet: Professor Lockemann stellt als Herausgeber ein Buch vor, in dem, soweit möglich, die Organisatoren der Jahrestagungen der GI zu Wort kommen. Es ist eine Revue der Informatik im deutschsprachigen Raum der letzten Jahre, mit ihren Akteuren und Themen in Forschung, Lehre und Wirtschaft, denn nur wenn man versteht, wo man herkommt, kann man den Weg in die Zukunft suchen. Und wer könnte den Blick in die Zukunft besser darstellen, als IT-Start-Up Unternehmen, die uns ihre neuen Geschäftsmodelle und -ideen in unterhaltsamen „pitches“ vorstellen. In dieser Abschlussveranstaltung werden auch gemäß der Blicke auf erbrachte Leistungen und zukünftige Chancen die neuen Fellows und Junior-Fellows der GI ausgezeichnet. Ein besonderer Höhepunkt zum Abschluss wird die Vergabe der Klaus-Tschira-Medaille für besondere Verdienste für die Informatik sein.

Eingerahmt wird das Tagungsprogramm von einem reichhaltigen Workshop-Programm, welches einerseits zu ersten Mal rein virtuell stattfindet, andererseits aber in bewährter Manier die Breite und Aktualität von Themen repräsentiert, die in Fachgruppen und Arbeitskreisen der GI diskutiert werden.

In dieser Stelle bleibt mir herzlichen Dank zu sagen an:

  • Professorin Dr. Anne Koziolek für die Programmkoordination
  • Dr. Robert Heinrich als Workshop Chair
  • Professor Dr. Alexander Mädche als Financial Chair
  • Dr. Thomas Kühn als Publicity Chair
  • Organisations-Team aus den KIT-Lehrstühlen und FZI-Gruppen der Kollegen Andreas Oberweis, Anne Koziolek und Alexander Mädche, stellvertretend für alle, Elena Kienhöfer für administrative Aufgaben und Jan Keim für die Technik als die führenden Personen des Teams.
  • Kollegen Professor Dr. Andreas Oberweis und Professor Dr. Dr h.c. Lockemann für unermüdliche Unterstützung und Hilfe durch reichhaltige Erfahrungen,
  • die Chairs der fachlichen Sessions,
  • die Organisatoren der Workshops,
  • allen Student Volunteers und unserer studentischen Hilfskraft Ilona-Dewi Kusardi,
  • die Sponsoren: andrena, Capgemini, CAS, De Gruyter Oldenbourg , google, IBM, SAP,
  • die Unterstützer: AV Data, FZI – Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe und Berlin, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Messe Karlsruhe, Springer, Weizenbaum-Institut Berlin,
  • den Medienpartner Tagesspiegel,
  • den Geschäftsstellen der GI in Bonn und Berlin.

Hinzu kommt die Hilfe vieler GI-Mitglieder, die durch ihre Netzwerke auf vielfältige Art geholfen haben. Hier sieht man, dass die GI auch das ist: ein Netzwerk von Informatik-Experten, auf das man sich (auch als Organisator einer Jahrestagung) verlassen kann. Mit dieser Erfahrung kann man auch getrost die nächsten 50 Jahre erwarten.

 

Professor Dr. Ralf Reussner
Tagungsleitung